Der Meiler läuft ...

Die völlig entspannte erste Meiler-Frühschicht 2018 beginnt am 03. Mai kurz nach 09:00 Uhr MEZ mit der Entfachung zweier Vorfeuer am Fuße des Meilers, deponiert schubkarrenweise kleinformatige „Füchse“ aus dem Vorjahr (in gebührendem Sicherheitsabstand zu den Vorfeuern) und versucht in der Folge, mehreren Säcken Holzkohle der letzten Meiler-Saison schmackhaft zu machen, dass sie sehr bald im aktuellen Quandelschacht ihre finale Erfüllung finden werden.

 

Mit einer weiteren tatkräftigen Unterstützung des „Alloheims Rheinbrohl“ wird letzte Hand angelegt in Fragen von Sauberkeit und Ordnung auf der Meilerplatte, so dass zukünftig auch weltbekannte Politiker/innen und ortsansässige Weinmajestäten sauberen Fußes ins Zentrum des Verkohlungs-Geschehens gelangen können.

 

Und als Krönung der Vorbereitungsarbeiten spendierten die Alloheimer auch noch einen selbstgebauten west-östlichen Diwan aus reinstem Buchenholz [Diwan (Polsterbank), ursprünglich (bequemer) Sitz des Beamten, ein Bettsofa ohne Lehne], was einen jahrzehntelang lyrikgeschädigten Köhler sogleich zu dem (ursprünglich Goethe zugeschriebenen) Ausruf provozierte:

 

               „Wer sich selbst und andere kennt,

                  wird auch hier erkennen:

                  Orient und Okzident

                  sind nicht mehr zu trennen.“

 

Danach verlief eigentlich alles wieder ganz normal: Glut in den Quandelschacht, Füchse druff, Holzkohle druff, Deckel zu, abwarten, Glut in den Quandelschacht, Füchse druff, Holzkohle druff, Deckel zu, abwarten, usw. usw.

 

Da ein strammer Nordost-Wind für eine dann ziemlich fulminante Rauchentwicklung sorgte, sorgten sich die schichtführenden Köhler im Gegenzug bisweilen um ihre Gesundheit – erst als gegen 15:30 Uhr die Kuppe dicht gemacht wurde und die Verflüchtigung des Holzes im Inneren danach einen geordneteren Abgang durch die frisch geschaffenen neuen Rauchlöcher nahm, kehrten erneut Entspannung, Gelassenheit und Bratwurst-Verinnerlichung in das harte Leben der Köhler zurück.

 

Ach ja: und die Flüssigkeiten-Zunahmen (nicht: Tsunamis!) konnten ab da auch sowohl beim Meiler als auch bei den Schichtarbeitern selbst sehr viel gezielter und dosierter vorgenommen werden.

 

Was sich sonst noch ereignete? Jede Menge heimischer Besucherinnen und Besucher, die teilweise sogar im Gast-Status meileraktiv wurden, also tatkräftig mitmischten, eine sehr große externe Wandergruppe, die das Meiler-Event offenbar so gar nicht in ihrem Wander-Zeitplan unterbringen konnte und deshalb lieber im Stechschritt zu Tale eilen wollte, einen Rücker, der nicht mehr rückte (also eigentlich ein „Holzliegenlasser“), ein quasi aus dem Nichts auftauchender, aber gut gefüllter Kühlwagen und eine bahnbrechende Neuorganisation von Lagerfeuer und Grillstätte: getrennt knistern, vereint verzehren!

 

Nach 13 ereignisreichen Meileranlaufstunden übergab schließlich eine ermattete Spätschicht das Heft des Handelns an die putzmuntere und schlaferprobte Nachtschicht. Der Meiler läuft! (Wir hoffen, in der ersten Nacht nicht aus dem Ruder...)