Rheinbrohler Kohlenmeiler 2017 erfolgreich entzündet...

 

Ja, klar, bei dieser Überschrift schütteln sich (nicht nur in Rheinland-Pfalz und auch gänzlich ohne Fieber oder Morbus Parkinson) alle Medizinerinnen und Mediziner heftig, obwohl eine „erfolgreiche Entzündung“ in der Regel doch üppiges Krankenversicherungsgeld in die Kasse der Arztpraxis oder des Krankenhauses spült... Oder?

 

Doch zurück zum eigentlichen Thema: die „Entzündung“ unseres Kohlenmeilers am Samstag, dem 20. Mai 2017, verlief gewohnt routiniert und relativ unspektakulär kein Wunder, haben die Rheinbrohler Köhlerinnen und Köhler das doch mittlerweile schon 10 Jahre lang intensivst geübt! Zuhause und in freier Natur!

Allerdings war der Plan in diesem Jahr, den Meiler erstmalig nicht schnell, sondern langsam „anzubrüten“ ein Experiment der besonderen Art, da dadurch die anfängliche Qualm-Entwicklung über viele Stunden so heftig war, dass zartbesaitete Seelen schon von „Asche“- statt von „Kohlen“-Ernte phantasierten...

 

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher, u.a. bunt- und altersgemischte Jugendherbergsgruppen aus Leutesdorf, begleiteten das Rauchschwaden-Spektakel hingegen in großer Gelassenheit und genüsslich superleckere Köhlerwaffeln kauend, nicht ohne pädagogischen Hinweis an den üppigen Nachwuchs, dass Papa zuhause natürlich so einen Qualm nur vor der Haus- oder Terrassentür verbreiten dürfe.

 

Sportliche Radfahrer wussten zu berichten, dass der Start des Rheinbrohler Holzkohlegewinnungsprozesses sogar am Mahlberg angemessen intensiv inhaliert werden konnte ein schönes Beispiel für die positive Ausstrahlung unserer Aktivitäten in die nähere und weitere Umgebung.

 

Der Meiler wurde diesmal schließlich (erst) gegen 18:30 Uhr endgültig dichtgemacht ab diesem Zeitpunkt startete dann der eigentliche Verschwelungs- bzw. Verkohlungsprozess.

Durch und durch gestandene Köhlerinnen und Köhler (unerschrocken, hartgesotten und leidgeprüft) bildeten die ersten Früh-, Spät- und Nachtschichten natürlich nicht ohne Zuhilfenahme langjährig erprobter Ess-, Trink- und Kommunikationsroutinen.

Auch am Tag „Vier“ der diesjährigen Meilersaison sind deshalb dsbzgl. grobe Auffälligkeiten und Abweichungen von der Norm zum Glück nicht erkennbar: weder bei Mensch, bei Tier noch beim Meiler.

 

So blicken denn alle Aktiven gespannt auf den nächsten Besucherandrang am Himmelfahrtstag aber in großer Ruhe: sind doch die Schüppen und Schubkarren geölt, die „Einbruch“-Hölzer gesägt, die Waffelteige angerührt und kühl gestellt und die Kaffeebohnen handverlesen bereitgehalten ganz zu schweigen von der Bereitstellung gut gekühlter Freizeitgetränke zu therapeutischen Zwecken.

 

Allen Leserinnen und Lesern dieser Zeilen können wir abschließend nur fröhlich zurufen: Besuchen Sie den Meiler, solange er noch steht!

(Danach sehen Sie nämlich nur noch winzig kleine Papiertüten mit qualitativ einzigartiger Holzkohle...)