Der Meiler brennt darauf, entzündet zu werden!

 

Nun ist es also wieder soweit: die Buchenscheite sind gesetzt, der Laubmantel (in diesem Jahr wieder eine Tannen-Fichte-Lärchen-Kreation...) und der Erdmantel (diesmal geben hier einige unschwarze Lehm-Anteile den Ton an) fast komplett aufgetragen, die Rüst-Hölzer schon in Habtachtstellung und die Köhlerinnen und Köhler mit vor Aufregung schlaflosen Nächten und von dadurch zahllosen Augenringen gezeichnet – klingt wie Generalprobe?

 

Nein, unser Kohlenmeiler wird natürlich nur einmal entzündet – dafür aber gründlich!

 

Am Samstag, dem 30. April 2016, kommen (fast) alle aktiven Köhlerinnen und Köhler, an diesem Tag ausnahmsweise von der schweißtreibenden Haus- und Gartenarbeit freigestellt, ab ca. 09:00 Uhr zur Meilerplatte, um mit vereinten Kräften („Pusten! Pusten! Pusten!“) den größten Meiler in der heuer zehnjährigen Geschichte der Hobby-Köhlerei im Rheinbrohler Wald in Gang zu setzen.

 

Voraussichtlich mit dabei: die lokale Polit-Prominenz (kann hier endlich mal Dampf ablassen und die Gerüche-Küche ohne üble Nachrede einfach nur goutieren), die Welt-Presse (kann exklusiv über völlig gesunde Entzündungsprozesse berichten), die Feuerwehr (kann beschwerdefreies Wasserlassen demonstrieren), Freunde und Verwandte der Aktiven (wollen ihre Lieben endlich mal in echt schaffen und schwitzen sehen), ganz normale Schaulustige (wollen durchs normale Schauen ganz lustig werden) sowie diverses Klein- und Großgetier der Saison, das hoffentlich in gleicher Anzahl und gleichem Gesundheitszustand wieder den Weg ins heimische Körbchen (oder so) findet.

 

Damit keiner der Anwesenden aus dem Rahmen fällt, gibt’s auch ein Rahmenprogramm: ansprechende Ansprachen (kurz & knapp man/frau will ja schließlich auch noch Spaß haben!), Köhlerwaffeln vom Allerfeinsten (so gut wie nie angebrannt – und wenn, dann mit Puderzucker versehen...), eisgekühlte Getränke (ja, ja, das Aprilwetter...), eine Multimedia-Show über die Köhlerei „annenpfürsisch“ (eine supertolle, aber altersschwache DVD, präsentiert mithilfe eines 50er-Jahre-Fernsehers und mit völlig unverständlichen Original-Eifeler-Köhler-Text-Passagen), eine sehr spezielle Werkzeug-Ausstellung (Schüppe, Axt, Kapselheber, Korkenzieher, Schubkarre etc.), das „ewige Köhler-Feuer“ (sieht romantisch aus, taugt aber nur zum Grillen von föllig vettfreien Würsten, sobald alle Gäste weg sind), jüngst auf der Kölner Möbelmesse erstandene Sitzgelegenheiten für tiefergehende Kommunikation der Meilerplatten-Randgruppen/Meilerplattenrand-Gruppen (Baumstämme auf Waldboden) und vieles, vieles mehr, was keiner an dieser Stelle im finsteren Westerwald (und schon gar nicht in Rheinbrohl) erwarten würde und was in normalen Therapiestunden anormal viel Geld kosten würde...

 

Mit dieser samstäglichen Meiler-Auftakt-Veranstaltung vom Feinsten brechen sodann zwei äußerst harte Wochen für alle Aktiven an: im Drei-Schichten-Betrieb rund um die Uhr (leider aber nur 24 Stunden) wird das 10. Holzkohlemonster mutig bewacht, argwöhnisch beäugt, ab und zu ein wenig auf Trab gebracht, manchmal nachgebessert und vor allem ständig feucht gehalten – wovon auch die Köhlerinnen und Köhler ein Lied singen könnten.

 

Aber das, liebe Leserinnen und Leser, die Ihr bis hierher tapfer durchgehalten habt, sei einer nächsten „Meiler-Leaks“-Veröffentlichung vorbehalten...