Romantik pur: Vatertag am Meiler

Als die ersten Limes-Wanderer und Limes-Wanderinnen bereits im Morgengrauen und unter lautstarkem Vogelgezwitscher den von wirklich üblen Ausdünstungen geplagten Meiler passierten, drehten mehrere von der Nachtschicht zu Christi Himmelfahrt völlig erschöpfte und in den umliegenden Schonungen verteilt nächtigende Köhler sich noch einmal leise schnarchend um, damit der mit zarter Morgendämmerung sich ankündigende Vatertag nicht schon vor dem Frühstücks-Kaffee in Stress ausartet...

 

Die Ab- und Erlösung erfolgte um 07:00 Uhr schließlich durch das mindestens zweithärteste Köhler-Dreigestirn, das die Holzkohle-Aktivisten zu bieten hatten – schließlich erwartete man nicht enden wollende Ströme von Bollerwagen-reiste-jüngst-zu-Pfingsten-Fanatikern, Freunde-des-Limes-Patrouillen und Archäologie-Bewanderten in Tateinheit mit von Hunger, Durst und Fersen-Blutblasen gepeinigten Tagesgästen.

 

Überraschenderweise gestaltete sich der Tagesablauf dann aber doch eher entspannt: bei frühsommerlichen Temperaturen, mäßigen Winden (des Meilers, der Besucher und der Natur), fast ausreichenden Mengen Köhlerwaffelteigs und stillen bis halbstillen Mineralwassers („Kenn’ Dein Limit!“) sowie einer für die Aktiven erst in den späten Abendstunden ziemlich folgenreichen, nämlich sich lautstark zu Wort meldender Erbsensuppe aus dem Hordentopf konnten Einbrüche des Meilers („Mir isset zu heiß!“) und Ausbrüche der Besucher/innen („Oh, wie niedlich dieser Erdhaufen vor sich hin qualmt!“) souverän verfüllt, abgefüllt oder schlicht überhört werden.

 

Wechselnde Höhepunkte des Tages stellten einerseits die überaus coole Rutschpartie eines gut gefüllten Köhlers mit gut gefüllter Gießkanne von der Meilerkuppe über die Meilerflanke zur Meilerplatte, die mithilfe von gutwilligen alten Sherpas komplett unfallfrei absolvierte Erstbesteigung des Meilers durch die Rheinbrohler und Hammersteiner Weinmajestäten Esther Vennemann, Christine Goldmayer und Lena Reuschenbach sowie die zärtliche, aber folgenlose Attacke eines Deutsch Drahthaar-Kavaliers auf einen charmanten Labrador-Welpen dar.

 

Und während die Karawane der Limes-Wanderer und -Wanderinnen in abnehmendem Maße zur Turnerhütte „Wilhelmsruh“, einem beliebten Schlafplatz für Außerirdische, weiterzog, bekam die frisch eingetroffene Nachtschicht-Truppe am Meiler dermaßenen Sultan-Durst, dass die Schleusen des Himmels sich voller Mitleid öffneten und A-Hörnchen und B-Hörnchen fürsorglich zwangen, sich in das C-Köhlerhüttchen zurückzuziehen.

 

Und wenn sie (die „Hörnchen“) nicht von der Frühschicht nach dem Vatertag abgelöst wurden, schlafen sie da noch heute.

 

Mut bewiesen die Weinmajestäten von Rheinbrohl & Hammerstein mit der Miniweinkönigin Lena

und Köhler Franz Josef auf der Höhe des Meilers...