Kohlenmeiler entzündet - Köhler wohlauf!

Mit einer kleinen, anfeuerungsbedingten Verzögerung (unser inzwischen etwas betagter Fred Feuerstein aus dem 5. Jh. vor Christi Geburt bockte beim Funkenschlagen-Sollen doch tatsächlich ein wenig rum...) reckten sich die Flammen des Vorfeuers gegen 13:29 Uhr dann doch noch ca. 7 cm hoch gierig in den blauen Mittagshimmel – und wurden zur Strafe sogleich im Quandelschacht versenkt.

Das folgende Auffüllen des Schachtes mit wechselnden Lagen von vorbereiteter Glut, Holzkohle aus dem Vorjahr sowie kleinen, aber gut abgelagerten Buchenholzscheiten nahm sodann seinen routinemäßigen, aber für einige Beteiligte durchaus Atem beraubenden Gang.

Die in den darauf folgenden Nachmittagsstunden phasenweise beängstigende Rauchentwicklung führte kurzfristig in den öffentlichen Medien sogar zu der recht pikanten Falschmeldung, die SOLVAY habe soeben einen Filialbetrieb unweit der Turnerhütte „Wilhelmsruh“ eröffnet – was die Aktien der SOLVAY auf dem Frankfurter Parkett ebenso kurzfristig in schwindelerregende Höhen steigen und die Aktien der Rheinbrohler Köhlerinnen und Köhler in gleichem Maße schwindsüchtig in irgendeinen Hönninger Keller absinken ließ. (Egal – Dabei-Sein ist alles!)

Gegen 17:00 Uhr gab der Meiler schließlich den geballten schwarmintelligenten Interventionsmaßnahmen der Köhler/innen nach und versprach zerknirscht, fortan nur noch aus den letzten Löchern pfeifen bzw. qualmen zu wollen.

Mit den darob vergossenen Freudentränen der inzwischen zahlreichen Mobilen Meiler-Einsatz-Kommandos wurde ganz lässig und beiläufig noch ein 1.000-Liter-Vorrats-Wassertank gefüllt – die Feuerwehr hatte nämlich Trockenübung und stand deshalb leider auf dem Schlauch.

Nach fast lautlosem Verzehr von mehreren Schubkarren-Ladungen selbst geschnitzelten Kartoffelsalats, Legionen von zugelaufenen Bratwürsten und Schweinesteaks sowie der weit über die Grenzen des Hönninger Karnevals bekannten „Rheinbrohler Köhler-Waffeln“ (nur echt mit den echten Holzkohlestückchen) endete das spontane Volks-Fest in einem überraschend leise und geordnet verlaufenden Rückzug aller Meiler-Gäste, also ohne Absingen schmutziger Lieder oder Red Bull-inspirierter Flugversuche Einzelner, den Luftlinienweg nach Hause zu nehmen.

Leicht verzweifelt und ein wenig ratlos wurde dadurch die Nachtschicht-Besetzung des ersten Meiler-Tages zurückgelassen, die frenetisch jubelnde und ohn’ Unterlaß Traubensaft vernichtende Zuschauer-Horden ab 20:30 Uhr diesmal als pure Science Fiction abhaken musste.

Ob seelische Schäden dadurch entstanden, wird die kontinuierliche seelsorgerische Betreuung der ehrenamtlichen Kräfte (durch chinesische Geistliche – „Ries-Ling“) voraussichtlich erst nach Pfingsten offenbaren können...

Wir bleiben am Ball.