Schwarze Kunst am LiWaTa

Ein wenig Anlaufschwierigkeiten hatte er schon, der Limeswandertag: dunkle Wolken und der eine oder andere Tropfen von ganz oben (also leider nicht von den Leutesdorfer Weinbergen) erweckten bei vielen Wanderwilligen eher Zweitfrühstücksgefühle und verursachten damit einen etwas zögerlichen Start in den Vater-Tag...

 

Doch das Glück war mit den Mutigen, und als am späteren Vormittag die erste Wander-Welle am Rheinbrohler Kohlenmeiler eintraf, sorgten die frisch gebackenen Köhler-Waffeln schnell für sonnige Gemüter und entsprechend fröhliche Mienen.

 

Die traditionsgemäß „alte“ Technik der von zarter Köhlerinnen-Hand in ständigen Schwung versetzen Waffeleisen über echtem Buchenholzfeuer begeisterte auch die nur noch Computerlüftungsgeräusche gewohnte jüngere Generation – sie lernte staunend, dass auch ohne Stromkabel oder Gasleitung lukullische Genüsse ohne Fest-Platte möglich sind.

 

Besonders erfreulich für die Rheinbrohler Köhler-Truppe war, dass auch generationsübergreifend das Interesse an Informationen über das Köhlerhandwerk groß war: vor allem anhand der wirklichkeitsgetreuen Grafiken der witterungsbeständigen Schautafel am Meiler erläuterten die Aktiven immer wieder, wie ein Kohlenmeiler errichtet, betrieben und ausgeräumt wird – die wirklichen Gerüche dazu lieferte der Meiler selbst pausenlos und ziemlich nachhaltig...

 

Doch das leibliche und geistige Wohl erlebten an diesem Tag nicht nur die Gäste am Meiler – auch die Aktiven hatten vorgesorgt: der herzhafte Mittagstisch für sie präsentierte sich in Form einer köstlichen Erbsensuppe aus einem Riesenfeuertopf, der dem Druiden Miraculix zur Ehre gereicht hätte; und der abendliche Ausklang des Limeswandertages für das muntere Völkchen am Meiler bestand aus einem nicht mehr ganz so wilden Schwein am Spieß, das schneller „geerntet“ wurde als der Grillmeister sich in seinen schlimmsten Albträumen zuvor hätte vorgestellt haben können!

 

(Bloß ein Gerücht ist übrigens, dass beim Schweine-Schmaus irgendein Barde ohne Klampfe geknebelt und gefesselt im Astwerk der Meilerplatten-Buche saß...)

 

So fiel die Abschlussbewertung am Ende des Tages für (fast) alle Beteiligten erwartungsgemäß positiv aus: die Köhlerinnen und Köhler waren satt, nicht gerade sauber, aber zufrieden, die Besucherinnen und Besucher rochen bis zum nächsten Morgen noch nach Bildungsurlaub, die Köhler-Waffeln fühlten sich ausreichend verinnerlicht, der Meiler hatte nichts als glühende Bewunderer erlebt, die Schautafel stand endlich mal im Mittelpunkt und die Erbsensuppe konnte sich Stunden später noch Gehör verschaffen…