Frisch aufgelegt: Meilerplatte im SWR...

SWR 1 und 4-Reporterin Bärbel Brüggmann stattete – wie angekündigt – am Mittwoch, dem 30. April 2014, dem Rheinbrohler Kohlenmeiler einen Exklusivbesuch für eine Exklusivreportage ab.

 

Mit Mikrofon und Smartphone-Kamera bewaffnet ließ die Reporterin sich in aufgeräumter Stimmung und bester Befragungs-Laune von den anwesenden Köhlern wort- und bildreich schildern, was es mit der „schwarzen Kunst“ in Rheinbrohl denn so auf sich hat...

 

Das Themenspektrum war breit: wie denn man/frau jeweils überhaupt zur Köhlerei gefunden hat, wie die Arbeit am und um den Meiler konkret aussieht, wieviele Tonnen Holzkohle tatsächlich nach China verschifft werden, wieviele Wildschweine in welcher Nachtschicht im Aschebett landen und wie sich die SWR-Hörerinnen und -Hörer denn eine „Ladies’ Night“ am Meiler vorzustellen hätten???

 

Franz Josef Heßler, Josef Rott, Berthold Hühner und Uwe Prümel-Philippsen bemühten sich nach Kräften, ein unverfälschtes, lebendiges und trotzdem (!) aufregendes Bild des munteren Treibens am Rheinbrohler Kohlenmeiler zu vermitteln: neben den Sachinformationen zum Aufbau und Betrieb des Meilers samt anschließender Kohlen-„Ernte“ wurden natürlich auch die lukullischen Genüsse und die feurigen Sozialkontakte der beteiligten Akteure und Akteurinnen während der diversen Früh-, Tag- und Nachtschichten in den Mittelpunkt gerückt...

 

Die Darlegung der forstwirtschaftlich-professionellen Sicht des Geschehens übernahm Oliver Müller samt Jagdhund – und sparte nicht mit forstwirtschaftlich bedeutsamen Detailinformationen anhand der Foto-Galerie an der Meiler-Info-Wand.

 

Die politischen Auswirkungen des jährlichen Kohlenmeilers auf die Gemeinde Rheinbrohl, den Kreis Neuwied und ganz Rheinland-Pfalz erläuterte Dieter Labonde – auch eine positive Wirkung auf die Weltwirtschaft konnte glaubhaft aufgezeigt werden.

 

Eine behutsame, aber nicht unbedeutende Korrektur an der zutiefst männlichen Schilderung der „Ladies’ Night“ (Stichwort: „Lack & Leder“) nahm dankenswerterweise Carla Wilkes vor, damit der Bericht von Frau Brüggmann auch die Freiwilligen Selbstkontroll-Organe des Senders unbeschadet zu passieren in der Lage sein würde.

Carla sorgte auch für haptisch-optisches Anschauungsmaterial: der letzte Sack 2013er Grillkohle aus dem Heßlerschen Kohlen-Tresor durfte exklusiv gefilmt, fotografiert und mit Reporterinnen-Händen berührt werden.

 

Für das umfassende, aber eben noch nicht gänzlich vollständige Geräusch-Archiv des SWR konservierte Frau Brüggmann zum guten Schluss noch rythmische Traktorengeräusche (Josef Rott, wie hast Du bloß die Drei-Viertel-Diesel-Taktung hingekriegt?), zarte Sägespäne-Schwingungen (OHMMMMMMM...), grobschlächtige Spaltaxt-Hauklotz-Kontakte (Klack!) und feines Kohlenstaub-Gequietsche (Quietsch!) – und den obligatorischen Protestschrei von Franz Josef Heßler: „Berthold, ich brauch’ die Zwölfer-Nuß, nicht die Neuner!“

 

Kajo Schellen, Stefan Hohn und Thomas Paffhausen hauchten zum Schluss erleichtert in die Runde: „Ein Glück, dass Frau Brüggmann nicht geblieben ist, bis die Bratwürstchen gar waren!“

 

Tja, so unterschiedlich kann die Würdigung des Einsatzes unserer freien Medien im Alltag der Bürgerinnen und Bürger im tiefen und hohen Westerwald ausfallen!