Da war der Meiler platt...

Irgendwann ist natürlich alles gar – so auch der Rheinbrohler Kohlenmeiler 2014. Am Pfingstmontag war es wieder soweit: schon in der allerfrühesten Morgenstunde näherten sich grimmig dreinblickende menschliche Schwarzkittel, bis an die Zähne bewaffnet mit diversen Hau-, Hieb-, Stech-, Zieh- und Schiebwerkzeugen, dem ansonsten friedlich vor sich hindünstenden Holzkohle-Meiler und begannen skrupel- und mitleidlos ihr schmutziges Geschäft.

 

Bald schon floss neben dem Schweiß der Edlen auch anderes Wasser in Strömen: Mineralwasser die Kehlen hinunter und Löschwasser auf die letzten sich aufbäumenden Glutnester im Meiler – und natürlich auch auf manch einen Blond-, Braun-, Schwarz-, Rot- oder Grauschopf des beteiligten Ausräumkommandos.

 

Um dem Vorwurf der „Kinderarbeit“ zu entgehen, durften die kleinsten Anwesenden nur kurz an der Kohle schnuppern und mußten dann zur Abkühlung stundenlang ins kühle Naß der Zinkwannen...

 

Trotz steigender Hitze- und sinkender Sauberkeitsgrade der Beteiligten blieb die Stimmung auf der und um die Meilerplatte bestens – nicht zuletzt wegen eines lukullischen Rahmenprogramms vom Feinsten: zum Mittag wurde köstliche Suppe vom „Hotel zur Post“ in Waldbreitbach gereicht, zum Nachmittagskaffee stellten Köhler und Gäste unter sich Waffel-Gleichheit her und am Abend, als alles getan und gesagt war, verteilte Sascha Decker sozusagen als Sahnehäubchen zarte Wildschweinsteaks an den erschöpften Rest der Freizeitarbeiterinnen und -arbeiter.

 

So klang das Pfingstmontagsereignis auf der Meilerplatte unweit der Rheinbrohler Turnerhütte auch in diesem Jahr wieder friedlich, fröhlich, lecker und ertragreich aus die Freude über eine erneut gute Kohlenernte vermischte sich dabei allerdings ein bißchen mit wehmütigen Abschiedsgefühlen: zwei Wochen lang war die Meilerplatte 24 Stunden am Tag Treffpunkt der unterschiedlichsten Besucherinnen und Besucher aus nah und fern gewesen, Ziel von Familienausflügen, Jugend- und Wandergruppen, Zwischenstation von Joggern, Mountain-Bikern und Reitern, letzter Rettungsanker für BBQ-Junkies und Waffel-Süchtige, Spiel- und Übungsplatz für eine bunte Schar von Fachberufen und Sachverständigen und sogar Weiterbildungsstätte in Sachen Natur- und Werkzeugkunde, Konsumgüter-Qualität sowie Kommunal- und Globalpolitik.

 

Doch schon bald wird es in unserer Region und weit über Deutschland verteilt viele kleine neue Glutnester geben, in denen auf edler Rheinbrohler Buchenholzkohle 2014 zarte Steaks, knackige Bratwürste und Tofu-Spießchen tiefenentspannt vor sich hinbruzzeln und begleitet von den sanften Klängen der Nacht (Schnecken, Wühl- und Fledermäuse, Blindschleichen, Käuzchen etc.) – das Hohelied unseres munteren Treibens am Rheinbrohler Kohlenmeiler in alle Welt verbreitet wird...

 

Oder so ähnlich.