Der Kohlenmeiler glüht wieder...

Eine der in mehrfachem Sinne „flüchtigen“ Attraktionen des Weltkulturerbes Limes hat seit einigen Tagen wieder seine normale Betriebstemperatur erreicht: bei ca. 350 °C glüht seit dem 04. Mai der Rheinbrohler Kohlenmeiler friedlich, aber nicht ganz geruchsfrei vor sich hin...

 

Im tiefen Westerwald, nahe der Rheinbrohler Turnerhütte, haben die ca. 30 Hobby-Köhlerinnen und -Köhler nunmehr zum 7. Mal die diesjährige „Holzkohle-Gewinnungs-Saison“ eröffnet.

 

In wochenlangen Vorbereitungsarbeiten haben die Männer und Frauen Seit’ an Seit’ mit Förster Oliver Müller den alten Meilerplatz im Wald auf Vordermann gebracht und den jetzigen Meiler aufgesetzt. Originalgetreu wurde er dann am vergangenen Wochenende mit einem Feuerstein entzündet und zum (nikotinfreien) Qualmen gebracht.

Insgesamt vierzehn Tage heißt es jetzt Geduld zeigen und Nerven bewahren, denn gute Kohle braucht ihre Zeit. Im 24-Stunden-Dienst mit jeweils drei Schichten bewachen die aktiven Köhlerinnen und Köhler „ihren“ Meiler und sorgen durch Dosierung der Luftzufuhr und ausreichender Bewässerung für einen geordneten Verkohlungsvorgang im Inneren des schwarzen Berges.

 

Am Pfingstmontag dann heißt es: „Meiler ausräumen, Kohle ernten!“ – traditionsgemäß verbunden mit einem kleinen (Kohle-)Erntedank-Fest, original Köhlerwaffeln und dem einen oder anderen Wässerchen zur Steigerung des leiblichen Wohls der Arbeitenden wie der Zuschauer...

 

Allen Interessierten wird das alte Köhlerei-Handwerk in der Meiler-Zeit vom 04. bis zum 20. Mai 2013 gerne anschaulich erklärt. Einfach vorbeischauen und Fragen stellen!